tribal fusion bellydance


Tribal & Fusion Bellydance

The Indigo

Mardi Love, Rachel Brice und Zoe Jakes als The Indigo

Tribal Fusion Bellydance ist eine moderne Form des Bauchtanzes, die durch die Fusion des American Tribal Style® Belly Dance (ATS) mit dem American Cabaret Belly Dance entstanden ist.

Charakteristisch werden Bewegungen des Bauchtanzes mit Elementen aus westlichen Tanzstilen, wie Modern, Hip Hop, Pop & Lock oder Ballett aber auch traditionelleren Formen, wie Flamenco, Kathak, Odissi und anderen folkloristischen und klassischen Tänzen kombiniert.  Diese Verschmelzung verschiedenster Stile zeigt sich auch in der Musikwahl, welche von Dubstep über Jazz bis Balkan Beats alles umfassen kann.

Die Anfänge des Tribal Fusion Bellydance reichen zurück bis in die frühen 1990er Jahren in der San Francisco Bay Area, Kalifornien. Dieser innovative Tanzstil ging über die traditionellen Grenzen der gegebenen Bauchtanz-Szene hinaus, indem aus allen möglichen neuen Inspirationsquellen geschöpft wurde mit Jill Parker als bedeutende Vorreiterin. Ab dem Jahr 2001 schliesslich löste das Tanzensemble Bellydance Superstars mit Tänzerinnen, wie Rachel Brice, Mardi Love und Zoe Jakes (später zu dritt mit der eigenen, legendären Gruppe The Indigo), Kami Liddle oder Sharon Kihara den weltweiten Tribal Fusion Bellydance Boom aus, der seither angehalten hat.

Heute gibt es dank seiner kontinuierlichen Weiterentwicklung auf der ganzen Welt zahlreiche Sparten, Unterkategorien und Unter-unter-Kategorien, je nach ihrer individuellen Ausrichtung. Bewegt sich dieser junge und sich entwickelnde Tanzstil zunehmend über seine ursprünglichen Wurzeln des ATS® hinaus und sucht nach neuen Quellen, kann genereller von Fusion Bellydance gesprochen werden. Die Einflüsse, die fusioniert werden können, sind endlos: Aufgreifen von afrikanischen oder indischen Tänzen, eine beliebige Kombination aus dem Orientalischen Tanz, Flamenco, Burlesque und Gothic Bauchtanz, Salsa, Bollywood, tahitische/polynesische Fusion, Integration von Hula Hoop, Modern Dance oder Hip Hop Fusion…

 

 

FCBD

FatChanceBellyDance mit Carolena Nericcio vorne

American Tribal Style® Belly Dance (ATS) oder Tribal Style als allgemeine Kategorie umfasst alles von folkloristisch inspirierten Tänzen bis zur Fusion der alten Tanztechniken aus Nordindien, dem Nahen Osten, Spanien und Afrika. Seine Wurzeln reichen zurück in die späten 1960er Jahren in der San Fracisco Bay Area, California.

Die Tänzerin Jamila Salimpour und ihre Tanzgruppe Bal-Anat rückten den Fokus weg vom Cabaret Bauchtanz (der weitgehend reiner Showtanz in Clubs war) und kehrten stattdessen zurück zu traditionelleren, folkloristischen Tanzstilen, deren Bewegungen, Kostümen und Musik. Obwohl auch dies eine moderne Form des Bauchtanzes war, liess er sich von verschiedenen Tänzen aus Nordafrika, Osteuropa und dem Nahen Osten inspirieren, repräsentierte einzeln diese regionalen Kunstformen und versuchte sich auf eine traditionellere Bedeutung zurückzubesinnen.

Jamilas ehemalige Schülerin Masha Archer übernahm diese Idee aber kombinierte die verschiedenen regionalen Tänze in einem zusammenhängendem Tanzstil, brachte eine einheitliche Gruppenkostümierung und das starke Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe ein. Immer mehr Tanzgruppen (Tribes oder Stämme) folgten diesem Konzept.

Carolena Nericcio, eine ehemalige Schülerin von Masha und Gründerin des berühmten ATS® Stamms FatChanceBellyDance (FCBD), beeinflusste den Tanz maßgeblich und formte den heutigen American Tribal Style®, indem sie den Tanz mit den charakteristischen Elemente der Gruppenimprovisation (basierend auf einem bestimmtem Bewegungsrepertoire und spezifischen Cues für die non-verbal Kommunikation) und des Zimbelspiels anreicherte.

Seit den frühen 1990er Jahren, mit Jill Parker (Carolenas ehemalige Schülerin und Mitglied von FCBD) als Vorreiterin, entwickelte sich dieser Tanz in verschiedene Richtungen, schöpfte aus allen möglichen Inspirationsquellen, wie westliche Tanzstile und Musik, legte den Schwerpunkt wieder vermehrt auf die Solotänzerin und verfeinerte entsprechend Technik und Bühnenpräsenz. Facettenreiche aber mit deutlicher Abstammung war Tribal Fusion Bellydance geboren.

 

 

Little Egypt

Ashea Wabe als „Little Egypt“ um 1900

American Cabaret Belly Dance ist die Form des Orientalischen Tanzes, die in der westlichen Welt ganz allgemein als Bauchtanz bezeichnet wird.

In der westlichen Welt war schon immer eine starke Faszination für das Exotischen und Orientalische vorhanden, teilweise aufgrund des Kolonialismus und den Möglichkeiten des Reisens. Entscheidend für die Ankunft der Östlichen Tänze und Musik war die World’s Columbian Exposition oder Chicago Weltausstellung 1893. Sie präsentierte die berüchtigte „Straße von Kairo“ als eine Art exotische Vergnügungsmeile, wo Tänzerinnen mit Musikern aus dem Osten den skandalösen und doch so anziehenden „dance du ventre“ (nur Hüftbewegungen, nichts enthüllendes im heutigen Sinne) zeigten. Die viktorianische Gesellschaft war empört und doch führte die „Straße von Kairo“ zum riesigen Erfolg dieser Weltausstellung.

Von da wurde der Orient-Boom weiter genährt durch anhaltende Mythen, wie der Tänzerin „Little Egypt“, durch die Filmindustrie und Werbung. Thematische Clubs, Cabarets und Restaurants folgten. Einige Filme wurden zensiert, Tänzerinnen zum Teil verhaftet oder mit Buße bestraft, trotzdem brachte der „Hootchie Cootchie“ oder „Shimmy and Shake“ (wie der Tanz mit Spitzname bezeichnet wurde) immer mehr Nachahmerinnen und Bewunderer hervor.

Einwanderer und reisende Künstler aus Osteuropa, Nordafrika oder dem Nahen Osten brachten ihre unterschiedlichen Tänze und ihre Musik zusammen. Stets um eine Plattform und um Anerkennung ihrer Kunst bemüht, diese verschiedenen Kulturen, Rhythmen und Bewegungen vermischten sich und bildeten das, was heute im Allgemeinen ganz einfach als Bauchtanz bezeichnet wird.

 

 

Quellen & weitere Informationen: